Von der Belastung zur PTBS - Was ist PTBS

Wenn die Wunde nicht von selbst verheilt

Nicht jedes schwere Erlebnis führt zwangsläufig zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Viele Menschen erleben nach extremen Situationen eine sogenannte „Akute Belastungsreaktion“ – das ist eine normale Phase der Anpassung. Wenn diese Symptome jedoch nicht abklingen, sondern sich verfestigen, sprechen wir von einer PTBS.

Was genau ist eine PTBS?

Die Posttraumatische Belastungsstörung ist die Folge eines Erlebnisses, das die psychischen Verarbeitungskapazitäten überfordert hat. Es ist, als ob das Alarmsystem des Körpers (die Amygdala) nach dem Einsatz „eingeschaltet“ bleibt. Der Körper befindet sich in einer biologischen Dauerbereitschaft, obwohl die Gefahr längst vorüber ist.

Die drei Hauptsäulen der PTBS:

  1. Wiedererleben (Intrusionen): Das Ereignis drängt sich in Form von Albträumen oder Flashbacks immer wieder auf. Es fühlt sich nicht wie eine Erinnerung an, sondern wie ein erneutes Durchleben im Hier und Jetzt.

  2. Vermeidungsverhalten: Um den Schmerz nicht zu spüren, meiden Betroffene alles, was mit dem Trauma zu tun haben könnte. Das führt oft zum Rückzug aus dem sozialen Leben und zur emotionalen Entfremdung von Partnern und Freunden.

  3. Übererregung (Hyperarousal): Das Nervensystem ist im Dauerstress. Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, Konzentrationsprobleme und plötzliche Wutausbrüche sind typische biologische Reaktionen auf diesen Zustand.

PTBS im Einsatzkontext

Bei Soldaten und Einsatzkräften kommt oft eine Besonderheit hinzu: die Moralische Verletzung (Moral Injury). Hier geht es nicht nur um erlebte Gefahr, sondern um das Zerbrechen von Werten oder das Treffen von Entscheidungen in Extremsituationen. Dies erfordert in der Therapie ein hohes Maß an fachspezifischem Verständnis für den Dienstalltag.

Der Weg zur Besserung

Eine PTBS ist kein Schicksal, mit dem man sich abfinden muss. Wie ich bereits betont habe: Mein Ziel ist es nicht, diese Symptome nur zu verwalten, sondern Ihnen dabei zu helfen, echte Resilienz aufzubauen.

Durch gezielte traumatherapeutische Verfahren helfen wir Ihrem Gehirn, das Erlebte „nachzubearbeiten“ und sicher in der Vergangenheit abzulegen. So verliert das Trauma seine Macht über Ihre Gegenwart.

„Eine PTBS ist kein Zeichen für einen schwachen Charakter, sondern für ein überlastetes Nervensystem. Und genau wie ein Knochenbruch fachmännisch versorgt werden muss, benötigt auch diese psychische Verletzung spezialisierte Unterstützung.“